{"id":19572,"date":"2024-07-17T13:52:37","date_gmt":"2024-07-17T13:52:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tierschutzhof-karlsruhe.de\/TSHKAWP\/?p=19572"},"modified":"2024-07-17T13:52:38","modified_gmt":"2024-07-17T13:52:38","slug":"das-tierheim-und-der-chronische-geldmangel-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tierschutzhof-karlsruhe.de\/TSHKAWP\/das-tierheim-und-der-chronische-geldmangel-teil-2\/","title":{"rendered":"Das Tierheim und der chronische Geldmangel Teil 2"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Tierhaltung als Wirtschaftsgut<br><br>Mit der Tierhaltung, sei es gewerblich oder privat, wird in Deutschland und in vielen weiteren L\u00e4ndern der EU ein Verm\u00f6gen verdient. Dieses verdiente Verm\u00f6gen ist riesig und allein in Deutschland viele Milliarden schwer.<br>So ist das Tier mit seiner Geburt oder seinem Import nach Deutschland zur Gelddruckmaschine geworden.<br>Tiere aller Art, bis auf gesch\u00fctzte Arten, k\u00f6nnen in die EU eingef\u00fchrt und von jedem ohne gro\u00dfartige Probleme erworben und weiterverkauft werden.<br><br>Das Handelsgut Tier<br><br>Die Kasse klingelt bei der Industrie, die einen regen Handel mit Tierzubeh\u00f6r betreibt, teilweise selbst Produkte herstellt oder in Fernost f\u00fcr einen Klicker oder Knopf produzieren l\u00e4sst, um sie den Tierhaltern teuer zu verkaufen.<br>Die Kasse klingelt bei Importeuren, Z\u00fcchtern und Vermehren, die mit der Jungtierproduktion und dem Tierhandel teilweise horrende Preise f\u00fcr ihre lebenden Produkte kassieren.<br>Die Futtermittelindustrie produziert Futtersorten in einer un\u00fcberschaubaren Vielfalt und Zusammensetzung mit Spezialsortimenten f\u00fcr jeden Bedarf und Geldbeutel.<br>Auch Versicherungen haben bemerkt, dass mit Tieren sehr viel Geld verdient werden kann.<br>Die medizinische Versorgung, Kliniken, Tier\u00e4rzte, Physiotherapeuten, Pharmaindustrie, u. a. m. k\u00f6nnen \u00fcber fehlende Ums\u00e4tze nicht klagen.<br>Dienstleistungen rund ums Tier, wie Tiertrainer, Tierpensionen, Tiersport, Tiertransport, Sch\u00f6nheitspflege, k\u00f6nnen \u00fcber zahlende Kunden nicht klagen.<br>Auch das Handwerk verdient mit dem \u201eProdukt Tier\u201c.<br>Die Bauindustrie reibt sich die H\u00e4nde, beim Bau oder der Sanierung neuer Stallanlagen,<br>der Erweiterung oder Neuerrichtung von Tierheimen, Spezialfirmen fertigen Gehege und Zwinger f\u00fcr jeden tierischen Bedarf.<br>Die Finanzwelt darf nat\u00fcrlich nicht fehlen, denn auch Banken verdienen am Tier, denn kaum ein gr\u00f6\u00dferer Tierhaltebetrieb kommt bei der Sanierung oder dem Neubau um einen Kredit herum.<br>Ich k\u00f6nnte hier noch weitere Beispiele auff\u00fchren, aber ich denke, ihr seht das Kapital, welches sich um das Tier anh\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<p>Allein in Deutschland macht der Staat richtig Kasse und dieser muss f\u00fcr diesen grenzenlosen Geldregen keinen Finger r\u00fchren. Er muss dieses Verm\u00f6gen lediglich verwalten.<br>So verdient beispielsweise Deutschland an jedem Produkt oder jeder Dienstleistung zwischen 7% und 19%, die sogenannte Mehrwertsteuer, aber dies ist nicht alles.<br>Denn dieser gigantische Wirtschaftszweig wirft auch Versicherungssteuern ab, Lohnsteuern m\u00fcssen abgef\u00fchrt werden, die Rentenversicherung profitiert von den vielen tausend Besch\u00e4ftigten in der Branche, die mit Tieren Geld verdienen.<br>Auch hier l\u00e4sst sich der Rattenschwanz endlos fortsetzen, denn das Geld, das mit Tieren verdient wird, flie\u00dft und flie\u00dft unersch\u00f6pflich.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Und dann kommen wir Tiersch\u00fctzer und bitten um Unterst\u00fctzung.<br>Doch wir m\u00fcssen uns anh\u00f6ren, dass f\u00fcr Tierheime und deren Arbeit kein Geld vorhanden ist.<br>Es ist kein Geld vorhanden f\u00fcr Einrichtungen, die zum einen dem Staat ebenso viel Geld einsp\u00fclen wie jeder andere \u201eIndustriezweig Tier\u201c, denn auch wir sind zur Abgabe von Steuergeldern verpflichtet und bekommen \u201enichts geschenkt oder erlassen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dfer, dass wir das erbettelte Geld nicht versteuern m\u00fcssen und zum anderen mit diesem erbettelten Geld, das grenzenlose Tierleid bek\u00e4mpfen und hierf\u00fcr keinerlei Entlohnung erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwie ist das sehr erb\u00e4rmlich f\u00fcr eines der reichsten L\u00e4nder der Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei w\u00e4re alles so einfach und unser lieber Staat h\u00e4tte kaum wirtschaftliche Einbu\u00dfen.<br>M\u00f6glicherweise w\u00fcrde der deutsche Staat ein Vielfaches mehr Geld erwirtschaften, wenn wir Tierheime unseren Konsum steigern k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Als wir Tierheime im letzten Jahr den Brandbrief als Petition ver\u00f6ffentlicht haben, wurde gleich von einer gro\u00dfen Mehrheit die Hundesteuer zur Finanzierung der Tierheime angesprochen. Dies ist aber einfach zu kurz gedacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dieser Steuer, die von den Kommunen erhoben wird, k\u00f6nnten wir Tierheime nicht ann\u00e4hernd finanziert werden.<br>Zudem w\u00e4re dies den Hundehaltern gegen\u00fcber sehr ungerecht, da nicht nur Hunde in Tierheimen untergebracht werden, sondern auch viele andere Tierarten, die ebenso oder sogar noch pflegeintensiver sind als Hunde.<br>So sind in unseren Tierheimen neben Hunden und Katzen auch V\u00f6gel, Reptilien, Schlangen, Schildkr\u00f6ten, Nagetiere, Insekten und Spinnen untergebracht. Selbst landwirtschaftliche Tiere, wie Enten, G\u00e4nse, H\u00fchner, Pferde, K\u00fche, Ziegen und Schafe, m\u00fcssen mittlerweile von Tierheimen oder tierheim\u00e4hnlichen Einrichtungen betreut und untergebracht werden, da deren Besitzer nicht mehr willens oder in der Lage sind, diese weiter zu betreuen und sich mit der Abgabe des Tieres einfach aus der Verantwortung ziehen.<br><br>Viel gerechter w\u00e4re es, die Finanzierung der Tierheime und tierheim\u00e4hnlichen Einrichtungen \u00fcber die Tierhalter allgemein zu regeln. Dies w\u00e4re eigentlich einfach und vor allem sehr gerecht.<br>Ich meine damit, eine Abgabe auf alle Produkte und Dienstleistungen rund ums Tier, die vom Handel und den Dienstleistern auf die erworbenen Artikel erhoben werden.<br>Hierbei k\u00f6nnte dann der Staat einen bestimmten Prozentsatz als Steuer erheben und so die Versorgung von uns Tierheimen gew\u00e4hrleisten.<br><br>So k\u00e4me Deutschland auch dem selbstgesteckten Staatsziel ein gutes St\u00fcck n\u00e4her, was im Jahre 2002 beschlossen wurde.<br>Leider hat sich hier seit rund 24 Jahren nicht viel getan<\/p>\n\n\n\n<p><br>Artikel 20a Grundgesetzt<br><em>\u201eDer Staat sch\u00fctzt auch in Verantwortung f\u00fcr die k\u00fcnftigen Generationen die nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen <strong>und die Tiere<\/strong> im Rahmen der verfassungsm\u00e4\u00dfigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Ma\u00dfgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.\u201c<br><br><\/em>Die Finanzierung unserer Einrichtungen w\u00fcrde dann nach dem Verursacherprinzipfunktionieren<em>.<br><\/em>Keine Tiere &#8211; keine Abgabe, wenig Tiere &#8211; geringe Abgabe, viele Tiere &#8211; hohe Abgabe.<br><br>Wir Tierheime und tierheim\u00e4hnliche Einrichtungen k\u00f6nnten dann endlich aufatmen, denn die Grundsicherung unserer Einrichtungen w\u00e4re gedeckt und mit den Spendengeldern, die zus\u00e4tzlich kommen, w\u00e4ren Investitionen leichter zu stemmen.<br>Es ist nicht hinnehmbar, dass sich die Industrie, die Wirtschaft, der Dienstleistungssektor rund um das Tier und vor allem der Staat ihrer moralischen Verantwortung entziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Geld ist vorhanden!<\/p>\n\n\n\n<p>Sollte man nicht bereit sein, uns Tierheime zu unterst\u00fctzen, w\u00e4re die richtige Konsequenz, die Tierhaltung zu verbieten und auslaufen zu lassen.<br>Dann braucht man das Tierheim nicht mehr und alles ist gut.<br>Alles ist gut? Nein!<br><br>Ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass meine beiden Beitr\u00e4ge weit geteilt und diskutiert werden, denn wir brauchen eine L\u00f6sung.<br><br>Stephan Winterhoff<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tierhaltung als Wirtschaftsgut Mit der Tierhaltung, sei es gewerblich oder privat, wird in Deutschland und in vielen weiteren L\u00e4ndern der EU ein Verm\u00f6gen verdient. 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